Neblige Zelte am Morgen, Schwarzweißfoto
Kinder- und Jugendschutz

Aufarbeitung

Die DPSG hat sexualisierte Gewalt in ihrer Geschichte unabhängig untersuchen lassen. Wir nehmen die Ergebnisse ernst und ziehen daraus Konsequenzen, auch bei uns im DV Limburg.

Die Studie

Was untersucht wurde.

Die DPSG hat ein unabhängiges Forschungsteam beauftragt, sexualisierte Gewalt im Verband wissenschaftlich aufzuarbeiten. Die Studie nimmt den Zeitraum von der Gründung 1929 bis 2024 in den Blick.

Es geht dabei nicht um einzelne Zahlen, Orte oder Jahre. Im Mittelpunkt stehen die Strukturen und Systeme, die sexualisierte Gewalt begünstigt haben. Die Ergebnisse wurden Anfang 2026 vorgestellt. Den vollständigen Forschungsbericht, die Zusammenfassung und die Fragen und Antworten dazu findet ihr beim Bundesverband.

Unsere Haltung

Wir schauen hin.

Die Ergebnisse sind schmerzhaft. Sie zeigen, dass Menschen in der DPSG Leid erfahren haben, auch dort, wo sie sich sicher fühlen sollten. Das nehmen wir als Diözesanverband ernst. Wir stehen an der Seite der Betroffenen, wir hören zu und wir übernehmen Verantwortung.

Aufarbeitung ist kein einmaliger Schritt, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Wir wollen aus den Ergebnissen lernen und unsere Strukturen so verändern, dass Kinder und Jugendliche bei uns sicher sind.

Für den DV Limburg

Was wir daraus machen.

Die Studie benennt Punkte, an denen wir konkret ansetzen. An diesen Stellen arbeiten wir, gemeinsam mit dem AK Prävention.

Prävention konsequent

Wir stellen stärker sicher, dass alle Leitenden eine aktuelle Präventionsschulung haben und ein eintragsfreies erweitertes Führungszeugnis vorliegt. Das Verfahren dazu vereinfachen wir mit der neuen NaMi.

Leiten ab 18

Bei uns ist Leitung erst ab 18 möglich. Die Studie bestätigt das: Junge Leitende sind oft überfordert, und ein geringer Altersabstand begünstigt Grooming.

Ausbildung überprüfen

Inhalte und Teamende der Ausbildung gehören regelmäßig auf den Prüfstand. Selbstfürsorge und das Wahren von Grenzen wollen wir stärker verankern.

Nähe, Distanz und Rituale

Körpernahe Situationen und alte Rituale schauen wir kritisch an. Eine Abgrenzung muss immer möglich sein, ein „Nein" gilt.

Unterbringung und Sanitär

Wir achten auf getrennte, möglichst abschließbare Wasch- und Schlafmöglichkeiten und klären die Gegebenheiten von Zeltplätzen und Häusern vorab. Niemand wird zu gemischtem Schlafen gezwungen.

Gemeinsam weiter

Nachhaltige Konsequenzen erarbeiten wir mit externen Fachleuten und mit Betroffenen. Sobald es für unseren DV konkrete Empfehlungen gibt, ergänzen wir sie hier.

Für die Stämme

Was ihr jetzt tun könnt.

Ihr müsst nicht auf fertige Konzepte warten. Schon jetzt könnt ihr im Stamm ansetzen:

  • Macht die Ergebnisse im Team bekannt, lest sie gemeinsam und sprecht darüber.
  • Hinterfragt eure Strukturen, Rituale und Traditionen: Ist alles mit einem sicheren Kinder- und Jugendschutz vereinbar?
  • Prüft, ob alle Leitenden eine aktuelle Präventionsschulung und ein gültiges erweitertes Führungszeugnis haben.
  • Schafft eine Kultur, in der ein „Nein" selbstverständlich ist und Grenzen gewahrt werden.
  • Holt euch Unterstützung: Der AK Prävention und die Multiplikator*innen sind für euch da.
Hilfe und Beratung

Du musst das nicht allein tragen.

Wenn du selbst betroffen bist, etwas beobachtet hast oder ein ungutes Gefühl hast: Melde dich. Der AK Prävention ist Ansprechpartner im DV Limburg, hört zu und geht die nächsten Schritte gemeinsam mit dir. Es gibt außerdem unabhängige, kostenlose und anonyme Anlaufstellen.

AK Prävention schreiben Hilfe und Anlaufstellen